Béatrice Gysin, in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Biel. Schulen in Zürich, Vorkurs an der Kunstgewerbeschule – heute ZHdK. Erstausbildung in Grafikdesign, später in Farbgestaltung für Architektur. Beginn der künstlerischen Arbeit während eines Auslandaufenthaltes von 1969–75 in Paris. 1999 bis 2011 Dozentin an der Hochschule der Künste Bern. Ein Atelierstipendium in der Cité des Arts in Paris 1999–2000 hat die Arbeit stark beeinflusst: Es war der Beginn einer intensiven, neuen Schaffensperiode. 2005 Frauenkunstpreis. 2008 eine Monografische Punlikation des Kantons Bern.
Künstlerische Tätigkeit
Die Zeichnung ist das zentrale Medium, der Bleistift das meist eingesetzte Zeichenmittel. In neuster Zeit wird mit Pinsel experimentiert. Gezeichnet wird direkt auf Wände, auf Papier und andere Materialien. Zeichnerische Elemente werde in Ausstellungen zu Installationen kombiniert. Die Bezüge zum Raum sind wichtig.
Im zeichnerischen Werk geht es um Wahrnehmung. Das Nichterkennen, Nicht-zuordnenkönnen, die Leere, die Grenzen des Sichtbaren sind wichtige Aspekte der Arbeit. Zeichen sind offen, nicht ausformuliert. In ihrer Präzision verweisen sie auf eine bestimmte Herkunft, sind vage Erinnerungsversatzstücke und deuten Zusammenhänge an, die nicht erklärt sind. Die «Arbeit an der Erinnerung» der Betrachtenden ist konstituierender Teil des Werks.
Die Künstlerin verortet ihre Wirklichkeit im Geviert des Zeichenblatts. Gern sieht sie ihre Blätter als «Topografien intensiv gelebter Ereignislosigkeiten», ihre zeichnerische Tätigkeit als Anzeichnen gegen das Tempo des Alltags. Seit einigen Jahren entstehen auch Arbeiten in Alabaster, «Zeichnungen», die kaum sichbar in den Raum hinausgreifen.